Mammografie – Früherkennung und Abklärung von Brustveränderungen

Was ist eine Mammografie?
Die Mammografie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, die selbst kleinste Veränderungen im Brustgewebe sichtbar machen kann. Sie zeigt Mikroverkalkungen, Gewebeverdichtungen und frühe Tumorstadien häufig noch bevor sich Symptome bemerkbar machen. Durch die kurze, kontrollierte Kompression der Brust werden klare und strukturierte Aufnahmen erzielt, sodass unsere Radiologinnen und Radiologen das Drüsengewebe zuverlässig beurteilen können. Die dabei verwendete Strahlendosis ist niedrig und gilt als medizinisch sehr gut vertretbar. Moderne digitale Systeme ermöglichen die Speicherung und genaue Vergleichbarkeit mit früheren Aufnahmen, wodurch selbst minimale Veränderungen im Gewebe erkannt werden.
Warum und wann wird untersucht?
Die Mammografie wird sowohl zur Früherkennung als auch zur Abklärung spezifischer Brustbeschwerden eingesetzt. Frauen ab etwa 50 Jahren werden in vielen Regionen im Rahmen von Screeningprogrammen regelmässig eingeladen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Auch bei jüngeren Frauen oder Patientinnen mit erhöhtem familiären Risiko kann die Untersuchung sinnvoll sein.
Typische Gründe für eine Mammografie sind:
- neu tastbare Knoten oder Verhärtungen
- auffällige Befunde im Ultraschall
- Brustschmerzen mit unklarer Ursache
- familiäre Belastung oder genetisches Risiko
- Verlaufskontrollen nach Brustoperation oder Tumorbehandlung
- Früherkennung (Screening)
Bei dichtem Brustgewebe wird die Mammografie häufig durch Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie ergänzt, um ein vollständiges diagnostisches Bild zu erhalten.

Vorbereitung und Ablauf der Untersuchung
Die Vorbereitung ist unkompliziert. Bei schmerzhaften Brüsten sollte die Untersuchung in der ersten Woche nach der Menstruation stattfinden, da das Brustgewebe in dieser Phase weniger empfindlich ist. Am Untersuchungstag sollte auf Deodorants, Cremes und Puder im Brust- und Achselbereich verzichtet werden, da Rückstände die Bildqualität beeinträchtigen können.
Während der Untersuchung werden Sie durch erfahrenes Fachpersonal begleitet. Jede Brust wird einzeln positioniert, komprimiert und in mehreren Ebenen aufgenommen. Diese Kompression kann kurzzeitig unangenehm sein, ist aber notwendig, um eine optimale Abbildungsqualität zu erreichen und die Strahlendosis zu reduzieren. Die Untersuchung dauert insgesamt nur wenige Minuten. Anschliessend werden die Aufnahmen auf technische Qualität geprüft, um sicherzustellen, dass alle relevanten Bereiche bestmöglichst dargestellt sind.
Risiken, Grenzen und ergänzende Verfahren
Die Mammografie ist ein sehr sicheres Verfahren mit einer niedrigen Strahlenbelastung. Dennoch kann – wie bei jeder medizinischen Untersuchung – nicht jeder Befund abschliessend beurteilt werden. Besonders dichtes Brustgewebe kann die Bildinterpretation erschweren, sodass ergänzende Verfahren notwendig werden.
Bei Bedarf kommen folgende Methoden zum Einsatz:
- Brustultraschall zur zusätzlichen Darstellung des Drüsen- und Bindegewebes
- Magnetresonanztomografie (MRI) bei erhöhtem Risiko oder unklaren Befunden
- Gewebeprobe (Biopsie) zur weiteren Diagnosesicherung, wenn Bildbefunde nicht eindeutig sind
Diese Kombination verschiedener Verfahren ermöglicht eine sehr hohe diagnostische Sicherheit.
Nachsorge, Befund und regelmässige Kontrolle
Nach Abschluss der Untersuchung werden die Aufnahmen durch unsere spezialisierten Fachärztinnen und Fachärzte ausgewertet. Die Befunde werden schriftlich oder im persönlichen Gespräch erläutert. Bei unauffälligen Ergebnissen wird im Rahmen des Screenings meist eine erneute Mammografie nach etwa zwei Jahren empfohlen.
Für Frauen mit erhöhtem Risiko, dichtem Brustgewebe oder bereits behandelter Brustkrebserkrankung können kürzere Kontrollintervalle sinnvoll sein. Digitale Befundsysteme ermöglichen dabei präzise Verlaufsvergleiche, sodass Veränderungen frühzeitig erkannt werden können.
Moderne Technologien in der Brustdiagnostik
Neben der konventionellen Mammografie stehen heute innovative bildgebende Verfahren zur Verfügung. Dazu gehört die Tomosynthese, bei der Schichtaufnahmen des Brustgewebes entstehen und Überlagerungen vermieden werden. Besonders bei dichtem Brustgewebe verbessert diese Technologie die Darstellung von kleinen Tumoren.
Kontrast Mammografie
Bei uns wird auch eine Kontrast Mammografie angeboten, die weitere Informationen über die Brust - vergleichbar zu einem MRI - liefern kann. Hierzu wird Jod-haltiges Kontrastmittel in eine Vene gespritzt, gefolgt bei einer speziellen Mammografie. Dieses Verfahren kann Veränderungen aufzeigen, die in anderen Standardverfahren noch nicht erkennbar sind.


