Zielgerichtete Therapie bei Brustkrebs

Worin besteht eine zielgerichtete Therapie bei Brustkrebs?
Die Therapiemedikamente wirken gezielt auf bestimmte Prozesse und Strukturen ein, die manche Brustkrebszellen zum Überleben und Wachsen brauchen. In der Regel weisen nur die Krebszellen diese Merkmale auf. Auf gesunde Zellen wirkt sich die Behandlung also meist nicht aus.
Es gibt mehrere Arten von zielgerichteten Therapiemedikamenten. Das Medikament, das Sie bekommen, seine Dosis und der Zeitplan hängen von der Art und dem Stadium Ihres Brustkrebses ab.
Die Haupttypen sind:
- Antihormontherapie, welche die Aktivität von Hormonen, die das Tumorwachstum von Östrogenrezeptor- (ER) oder Progesteronrezeptor- (PR) positivem Brustkrebs anregen, senkt oder hemmt
- Monoklonale Antikörper, die sich an Rezeptoren der Krebszellen binden. Das hilft dem Immunsystem, die Krebszelle zu erkennen und gezielt auf sie anzusprechen.
- Kinase-Inhibitoren – sie blockieren die Signale, die Krebszellen zum Wachstum anregen, etwa bei HER2-positivem Brustkrebs oder Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs.
- Angiogenesehemmer, die verhindern, dass der Tumor Blutgefässe bildet. Dadurch erhält er weder Sauerstoff noch Nährstoffe und stirbt ab.
Bei metastasierendem Brustkrebs können zielgerichtete Therapien mit einer Antihormonbehandlung kombiniert werden. Beispielsweise zur Behandlung von metastasierendem Brustkrebs, der Hormonrezeptor-positiv und Her2-positiv ist.
Andere Arten der zielgerichteten Therapien sind mTOR-Inhibitoren, PARP-Inhibitoren und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.
Wann wird eine zielgerichtete Therapie empfohlen?
Eine zielgerichtete Therapie wirkt nur bei Krebszellen mit bestimmten Merkmalen, deshalb ist sie nicht in jedem Fall erforderlich. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt testet Ihre Krebszellen auf spezifische Rezeptoren oder genetische Veränderungen, um herauszufinden, ob eine zielgerichtete Therapie für Sie geeignet ist.
Sie kann sich eignen bei:
- ER-positivem oder PR-positivem Mammakarzinom
- HER2-positivem Brustkrebs
- HER2-niedrig exprimierendem Brustkrebs
- Dreifach negativem Brustkrebs
- BRCA1- oder BRCA2-Mutation
Sie kann zur Behandlung dieser Brustkrebsformen eingesetzt werden, um das Risiko eines erneuten Auftretens zu verringern oder das Wachstum von metastasiertem oder fortgeschrittenem Brustkrebs zu verlangsamen. Sie kann allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie oder Hormontherapie gegeben werden.

Was Sie bei einer gezielten Therapie erwartet
In welcher Form Sie zielgerichtete Therapie erhalten, wird von Ihrem Behandlungsteam sorgfältig auf Sie und Ihre Krebserkrankung abgestimmt, z.B. deren Art und Schweregrad. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen Ihren individuellen Behandlungsablauf genauer erklären und helfen zu verstehen, was auf Sie zukommt.
So wird die Therapie vorgenommen
Gezielte Therapie kann verabreicht werden als:
- Tablette zum Einnehmen
- Infusion in eine Vene
- Spritze durch die Haut
Sie werden in der Regel in der Klinik behandelt und können noch am selben Tag nach Hause.
Ihre erste Sitzung kann einige Stunden dauern, da Ihre Onkologie-Pflegekraft Sie bis zu einer Stunde nach der Behandlung überwachen muss. So wird sichergestellt, dass Sie die Behandlung gut vertragen. Wenn es keine Probleme gibt, geht es bei Ihren nächsten Sitzungen schneller.
Dauer der Behandlung
Die Dauer Ihrer Behandlung wird individuell auf Sie abgestimmt. In einigen Fällen wird die zielgerichtete Therapie für die Dauer von einigen Monaten bis zu einem Jahr alle drei Wochen durchgeführt. Bei anderen kann die Behandlung lebenslang sein, z.B. bei einer Palliativbehandlung.
Wie lange Ihre Behandlung dauert, hängt von der Art des Medikaments ab, das Sie einnehmen, wie gut der Krebs darauf anspricht und von Ihrem allgemeinen Zustand.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihren Zustand regelmässig nachkontrollieren und mit Ihnen den Behandlungsplan besprechen.
So wirkt sich die Therapie auf Sie aus
Jeder Mensch reagiert anders auf eine zielgerichtete Therapie. Die Nebenwirkungen variieren je nach Art des Medikaments und ob Sie noch weitere Behandlungen erhalten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen helfen, zu verstehen, was Sie in Ihrem Behandlungsplan erwartet und wie Sie allfällige Nebenwirkungen behandeln können.
Häufige Nebenwirkungen sind:
- Grippeähnliche Symptome, z.B. Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen
- Hautreaktionen, z.B. trockene, juckende Haut und Hautausschläge
- Krankheitsgefühl und Übelkeit
- Durchfall
Manchmal können sich monoklonale Antikörper auf das Herz auswirken. Dies kann während oder seltener nach Abschluss der Behandlung auftreten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird vor und während der Behandlung den Gesundheitszustand Ihres Herzens untersuchen, um dies im Auge zu behalten.
Wenn Sie Veränderungen an Ihrem Herz oder allgemein an Ihrer Gesundheit bemerken, informieren Sie bitte Ihre Onkologie-Pflegekraft, damit wir Ihnen helfen können.


