Interview mit PD Dre Constanze Elfgen über den Podcast zur Brustgesund

Zum Start des Podcasts zur Brustgesundheit teilt PD Dr. med. Constanze Elfgen ihre Vision, ihre Erfahrung und ihr Engagement für eine bessere Information und Sensibilisierung rund um das Thema Brustkrebs.
Was hat Sie dazu bewogen, diesen Podcast zum Thema Brustgesundheit zu starten?
Bisher gab es in der Schweiz keinen Podcast, der sich so umfassend mit der Brustgesundheit befasst. Wir sprechen nicht nur über die Behandlung von Brustkrebs, sondern auch über Früherkennung, gutartige Veränderungen, Hormone und viele andere Themen. Unser Ziel ist es, verständliche und zuverlässige Informationen zu vermitteln und gleichzeitig eine beruhigende und ermutigende Atmosphäre zu schaffen.
An wen richtet sich dieser Podcast?
An alle Interessierten. Brustkrebs ist leider sehr häufig und betrifft eine grosse Zahl von Frauen sowie ihre Angehörigen. Wir möchten auch über Prävention und Massnahmen zum Erhalt der Gesundheit aufklären. Der Podcast kann auch für medizinisches Personal hilfreich sein, das nicht auf Senologie spezialisiert ist.
Welche Themen werden behandelt?
Die Serie beginnt mit zentralen Themen: Früherkennung, Mammographie, Verstehen der Brustkrebsdiagnose und Erfahrungsberichte von Patientinnen. In den nächsten Episoden werden wir auch über Brustchirurgie, integrative Medizin, Hormone und viele andere Themen im Zusammenhang mit der Brustgesundheit sprechen.
Wer sind Ihre Gäste?
Wir werden Patientinnen, Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Forschende sowie andere Experten einladen. Die Idee ist, eine vielfältige und umfassende Sichtweise anzubieten, die sowohl medizinisch, wissenschaftlich als auch menschlich ist.
Welche Rückmeldungen erwarten Sie von Ihren Hörern?
Ich hoffe, dass dieser Podcast gut angenommen wird. Wir wollen Antworten geben, die auf klinischer Erfahrung und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Persönliche Erfahrungsberichte sollen den Zuhörerinnen und Zuhörern auch zeigen, dass sie mit ihrer Erkrankung nicht allein sind.
Wie nehmen Sie als Spezialistin für Senologie die Entwicklung der Brustkrebsbehandlung wahr?
In den letzten zwanzig Jahren hat sich vieles verändert. Heute werden die Bedürfnisse der Patientinnen besser berücksichtigt und die therapeutischen Ansätze werden stärker an jede Einzelne angepasst. Wir verfügen auch über neue Medikamente und gezieltere Ansätze. Ausserdem gibt es in diesem Bereich mehr Ärztinnen, und das Verständnis für die Patientin hat sich verändert.
Welche Vorurteile möchten Sie mit diesem Podcast aus dem Weg räumen?
Es gibt immer noch viele Mythen und falsche Informationen über Brustkrebs, insbesondere in Bezug auf die Früherkennung durch Mammografie oder die angeblichen Ursachen der Krankheit. Wir wollen dazu beitragen, diese falschen Vorstellungen zu korrigieren, indem wir zuverlässige und wissenschaftlich fundierte Informationen verbreiten.
Wie integrieren Sie die menschliche und emotionale Dimension in Ihre tägliche Praxis?
Dies ist ein zentraler Aspekt. Ich bin dankbar für diesen wundervollen Beruf, denn es gelingt uns oft, Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen und ihn somit zu heilen. Patientinnen auch Jahre nach der Behandlung gesund wiederzusehen, ist sehr erfüllend. Natürlich gibt es auch schwierige Momente, aber die menschliche und persönliche Begleitung bedeutet mir viel.
Was bedeutet der Rosa Oktober für Sie als Ärztin und Frau?
Es ist ein wichtiger Monat, der die Brustgesundheit in den Mittelpunkt rückt und daran erinnert, wie wichtig es ist, darüber zu sprechen. Lange Zeit waren Brusterkrankungen ein Tabu. Heute haben Sensibilisierung und Sichtbarkeit den Frauen sehr geholfen, besser mit der Krankheit zu leben.
Welche Massnahmen halten Sie für am wirksamsten, um für Prävention zu sensibilisieren?
Der Schlüssel sind Informationen, die über verschiedene Kanäle verbreitet werden. Der Rosa Oktober ist eine hervorragende Gelegenheit, diese Botschaften zu vermitteln und ein breites Publikum zu erreichen.
Was ist die wichtigste Botschaft, die Sie in diesem Jahr vermitteln möchten?
Je früher Brustkrebs diagnostiziert wird, desto höher sind die Heilungschancen. Mein Wunsch ist, dass alle Frauen Zugang zur Früherkennung haben.
Können Sie eine Erfahrung teilen, die Sie während Ihrer Laufbahn besonders geprägt hat?
Ich hatte eine junge Patientin, kaum dreissig Jahre alt, die an einer aggressiven Form von Brustkrebs erkrankt war. Sie musste schwere Behandlungen und mehrere Operationen über sich ergehen lassen. Ich habe sie viele Monate lang begleitet. Trotz der Schwierigkeiten hat sie nie ihren Optimismus verloren. Einige Jahre später, nachdem ihre Behandlung abgeschlossen war, wurde sie schwanger. Als sie mir mit ihrem Baby im Arm, strahlend vor Glück, einen Besuch abstattete, war ich zutiefst bewegt.
Wie hat sich die Behandlung von Brustkrebs in den letzten Jahren weiterentwickelt?
Dank der Früherkennung diagnostizieren wir die Krankheit häufiger in einem frühen Stadium, sodass weniger schwere Behandlungen wie radikale chirurgische Eingriffe oder Chemotherapie erforderlich sind. Darüber hinaus stehen uns heute gezieltere Behandlungen zur Verfügung, wie zum Beispiel Antikörpertherapien, die eine noch individuellere Versorgung ermöglichen.
Immer mehr junge Frauen sind betroffen. Wie erklären Sie das?
Wir haben noch nicht alle Antworten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Veränderungen des Lebensstils eine Rolle spielen könnten. Wahrscheinlich hat auch die bessere Aufklärung dazu geführt, dass die Krankheit bei jungen Patientinnen häufiger diagnostiziert wird.
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PD Dr. med. Constanze Elfgen – Biographie
Dr. med. Constanze Elfgen ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit anerkannter Expertise in der Senologie. Nach ihrem Medizinstudium an der Philipps-Universität Marburg (2004) war sie in verschiedenen Krankenhäusern in Deutschland und der Schweiz tätig, unter anderem am Universitätsspital Zürich.
2015 wechselte sie als Fachärztin an das Brust-Zentrum Zürich, wo sie 2019 die Leitung der Abteilung für Brustchirurgie übernahm. Sie ist Mitglied des medizinischen Beratungsgremiums sowie des Verwaltungsrats des Zentrums.
Sie hat eine Zertifizierung als Brustchirurgin der Deutschen Krebsgesellschaft sowie das Diplom Senologie der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie erhalten und ist in Forschung und Lehre aktiv. Sie hat zahlreiche Arbeiten über Brustkrebs veröffentlicht und leitete die Arbeitsgruppe MIBB.



