Mammographie-Screening bereits ab 45 Jahren

Neue Empfehlung zur Brustkrebs-Früherkennung: Mammographie-Screening bereits ab 45 Jahren. Frühere Diagnose senkt Sterblichkeit, verbessert Überlebenschancen und reduziert langfristig Gesundheitskosten.
Eine Mammografie wird durchgeführt
06/05/2026

Steigende Fallzahlen von Brustkrebs bei jüngeren Frauen und neue Daten legen den Schluss nahe: Eine Senkung des Eintrittsalters für kantonale Mammographie-Screening-Programme von 50 auf 45 Jahre wird Leben retten. Auch die Behandlungskosten würden sinken. Andere Länder haben die Altersschwelle längst gesenkt. Die Schweiz sollte dem internationalen Trend folgen.

Angesichts der globalen und nationalen Zunahme von Brustkrebserkrankungen bei jüngeren Frauen empfehlen die Schweizerische Gesellschaft für Radiologie (SGR-SSR), die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) sowie die Schweizerische Gesellschaft für Senologie (SGS) das Alter für das kantonale Mammographie-Screening in der Schweiz auf 45 Jahre zu senken. Bisher liegt die Altersgrenze bei 50 Jahren.
 

Früherkennung rettet Leben – besonders bei jüngeren Frauen

Die medizinische Evidenz ist deutlich: Weltweit und in der Schweiz nehmen Brustkrebsfälle bei Frauen unter 50 Jahren zu. In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen ist Brustkrebs bereits die zweithäufigste Todesursache. Die aktuelle Studie („Effect of mammographic screening from age 40 years on breast cancer mortality“) zeigt, dass regelmässige Mammographien ab 40 Jahren die Sterblichkeitsrate um rund 25 Prozent senken können. Länder, die Frauen bereits ab 40 Jahren untersuchen, weisen deshalb eine signifikant höhere 10-Jahres-Überlebensrate auf als solche, die das Screening erst ab 50 Jahren empfehlen.
 

Der Nutzen überwiegt Zweifel

Die Experten der 3 Fachgesellschaften betonen, dass der Nutzen der Mammographie die Risiken bei Weitem übersteigt. In der Altersgruppe der 40- bis 49-jährigen Frauen liegt der Nutzen-Risiko-Faktor bei 259 zu 1. Die Strahlenbelastung einer Mammographie liegt im unbedenklichen Bereich.
 

Früheres Screening hilft Gesundheitskosten zu senken, Leben zu retten und die Lebensqualität zu erhalten

Entgegen der Annahme, dass mehr Untersuchungen das System belasten, zeigen moderne Modellrechnungen ein anderes Bild. Da die Kosten für Medikamente bei fortgeschrittenem Krebs (z. B. CDK 4/6 Inhibitoren) massiv gestiegen sind, ist die frühe Diagnose wirtschaftlich sinnvoll. Ein früher Start des Screenings hilft, teure und belastende Behandlungen in weiter fortgeschrittenen Stadien zu verringern und Überlebensraten sowie die Lebensqualität erkrankter Frauen zu verbessern.
 

Schweiz soll internationalem Trend folgen

Mit dieser Empfehlung würde sich die Schweiz anderen Ländern anschliessen. Deutschland (seit März 2024) und Österreich empfehlen bereits, das Screening ab 45 Jahren zu starten. In Ländern wie Schweden ist das Screening unter 50 Jahren seit zwei Jahrzehnten etabliert, und das mit grossem Erfolg.

 

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